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Bild oben: Schutzumschlag aus dem Verlag Neues Leben von
1965, vor der neuen großformatigen Reihe
/1/ Nachzulesen in NAUTILUS Nr. 9 vom Oktober 2006; Herausgegeben vom
deutschsprachigen Jules Verne Club; Seite 8 - 10. - CF /6743/

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Die Reihen des Verlag Neues Leben Berlin
Verlag
Neues Leben Berlin: Jules Verne (großformatige
Reihe)
Bis zum Jahre 1971 brachte der Verlag
Neues Leben (kurz:
NL)
diverse, später meist mehrfach kopierte und einzel-lizensierteAusgaben
von Jules Verne heraus, leider oft in gekürzter Form. Siehe dazu
vertiefend meine Seite: Einzelne Jules-Verne-Bücher von DDR-Verlagen, incl. Lizenzausgaben. Schon diese zeigten, dass es sich bis auf wenige
Ausnahmen nicht um neue Übertragungen aus dem Französischen handelte. Nur
wenige Bücher basieren auf einer extra für
den Verlag Neues Leben angefertigten Übersetzung. Ausnahmen sind z.B.
die Neuübersetzungen des Romans Die
Kinder des Kapitän Grant von Walter Gerull-Kardas oder des Mathias Sandorf durch Pauline
Schneider.
Kennzeichnend für die
frühen Jahre des Verlages sind Arbeiten von Dorothea Rahm (wobei bei
ihr nicht klar hervorgeht, ob sie auch übersetzte) und anderen,
die dann aber nur stilistische Anpassungen alter Texte vornahmen.
Anfang der 70er
Jahre entschloss man sich, eine neue, einheitlich gestaltete
Jules-Verne-Reihe herauszugeben, bei denen viele der einzelnen Ausgaben
wiederverwendet wurden. Wie einleitend erwähnt, wiesen diese einen
markanten Mangel auf: Es sind meist gekürzte Ausgaben von
unterschiedlichsten Bearbeitern oder Überarbeitungen alter, aber nicht
so optimaler Übersetzungen aus dem Weichert-Verlag und nur wenigen,
aber besseren Vorlagen von A. Hartleben's Verlag. Die zahreichen Romane, die nun neu hinzukamen, waren leider alle gekürzt. Meist
wurden die alte Übersetzungen auch stilistisch modifiziert und generell
wurden sie der damaligen modernen Rechtschreibung angepasst. Wenn ab
den 80er Jahren der Vermerk „nach einer alten Übersetzung bearbeitet
von Manfred Hoffmann“ erscheint, dann ist dies kein Übersetzer, sondern
das ist der „Beschaffer“ von Originalvorlagen, der diese sogar von
Privatsammlern auslieh, um sie dem Verlag als Vorlage zur
Bearbeitung zur Verfügung zu stellen.
Dies bestätigte der Verne-Sammler Jürgen Bodt, der Hoffmann
kennenlernte und ihm die Romane: Kein
Durcheinander (1983), Die
Schule der Robinsons (1984), Die
Familie ohne Namen (1985) Monsieur
Cabidoulin und die große Seeschlange (1985), Robur der Sieger (1986), Der Herr der Welt (1986), Die letzte Fahrt der Chancellor (1988),
Abenteuer von drei Russen und
drei Engländern in Afrika (1989) und Die seltsamen Leiden des Herrn Kin-Fo
(1990) zur Verfügung stellte. Bei dieser Aufzählung habe ich
die Erscheinungsjahre in Klammern gesetzt; verwendet wurden die
NL-Roman-Titel. /1/ Typisch für die Zeit und der
Situation: Als Dank bekam Bodt
jeweils ein neu gedrucktes Belegexemplar des Buches.
NL brachte im Zeitraum von 1971
bis 1990 eine
Reihe von 28 Jules Verne Bände erstmalig in einem einheitlichen
Gestaltungsbild heraus. Die Größe der
Bücher war einheitlich groß-oktav mit 17 x23,5 cm. Da diese
teilweise in Doppelbänden erschienen,
z.B. Von der Erde zum Mond / Reise um den Mond oder Robur
der Sieger / Der Herr der Welt
konnte
man insgesamt 33 Romane Jules Vernes in dieser Reihe erwerben. Die
ersten Bücher waren noch im Leinenkorpus mit einem Schutzumschlag, dann
erfolgte nur noch die Produktion mit einem Pappeinband.
Eine
bebilderte Listung der Bücher habe ich auf meiner Seite: Verlag
Neues Leben Berlin: Jules Verne (Groß-Oktav-Ausgaben 1971 bis 1990)
vorgenommen.
Die
Entstehungsgeschichte der Bücher lässt sich über einen längeren
Zeitraum verfolgen. Auf Grundlage der damaligen Lizenznummern, die der
Registratur und auch der Freigabe zu Druck der Bücher
dienten, aber auch an den Auflagen-Nummern kann man erkennen, dass
einige Vorlagen der Reihe bereits aus den 50er Jahren stammten. Selbst
zwei Vorläufer aus der Taschenbuchreihe KOMPASS sind inhaltlich und
gestalterisch in die Reihe eingeflossen (es handelt sich um die beiden Mondromane). Die ersten Bücher in der neuen
Gestaltungsform ab 1971 basierten auf Ausgaben der Jugendbuchserie SPANNEND
ERZÄHLT. Unter diesem Label wurden Abenteuerbücher aus aller
Welt, ergänzt durch nationale Autoren herausgegeben. Am Beispiel des
Buches Die geheimnisvolle Insel möchte ich kurz die
„Evolution“ des Buches erläutern. Ganz oben links ist die Ausgabe von
1965/66, der 1. und 2. Auflage zu sehen. Sie wurde als Band 61 der
Reihe SPANNEND ERZÄHLT gestaltet, in Leinen mit
Schutzumschlag (CF/1207/). Ab der 3. Auflage 1971 entfiel der
Schutzumschlag und die Ausgabe gab es in Halbleinen oder starkem
Karton. Ab
Mitte der 70er Jahre wurde die Ausgabe mit identischem Inhalt
und gleichen Illustrationen in die Reihe Jules Verne
des Verlages aufgenommen. Dabei erhielt sie das neue, jetzt
einheitliche Layout der Serie. Zu erkennen an dem meist, aber nicht
immer, dunklen Körper der Bücher, dem markanten Schriftzug Jules
Verne und auf der Rückseite, stets einheitlich mit dem
Portrait Vernes und einer Kurzbiographie. Siehe dazu ein Beispielbuch
unten links: 5. Auflage 1979; CF/1209/, übrigens ein Buch was auch in
späteren Auflagen in anderen Farbgebungen aufgelegt wurde.
Was wäre noch zu bemerken?
Die
Bände besitzen keine Zählnummern und einige Romane wurden in späteren
Auflagen noch weiter gekürzt. Dies ging meist mit neuer Titelgestaltung oder einer
anderen Farbgebung des Buch-Korpus’ einher. Bücher dieser Reihe waren,
auch aufgrund fehlender Alternativen, die beliebtesten Verne-Ausgaben
auf dem Gebiet der damaligen DDR.
Zur
künstlerischen Gestaltung: Die
Illustrationen wurden stets von unterschiedlichen, aber regionalen
Künstlern ausgeführt. Reproduktionen alter Stiche der Hetzel- oder
Hartlebenausgaben kamen nie zum Einsatz. Wenn ältere Ausgaben des
Verlags NL, die ursprünglich noch nicht in der neuen Reihe integriert
waren, Illustrationen beinhalteten, dann wurde dieser Buchschmuck
übernommen. Die Illustratoren gestalteten auch die Bildtafeln des
Titels. Leider hat man aus meiner Sicht auch Gestaltern eine Chance
gegeben, die sich in das Werk Vernes nicht hineinversetzen konnten. So
gibt es Bücher, die recht skurril und fast pop-artig illustriert
wirkten, was den Büchern vielleicht nicht immer gut tat.
Bild links: Die einheitlich gestaltete
Rückseite und der markante Buchrücken dieser Edition
Eine
weitere Besonderheit im Erscheinungsbild irritiert heutzutage auch
einige Sammler: Einen Teil der Serie gibt es mit dem Aufdruck buchclub
65. Was hatte es damit auf sich? Der buchclub 65
war, wie der Name es schon sagte, eine Buchgemeinschaft in der DDR -
die Einzige! Sie wurde 1965 gegründet. Mitglieder kauften die Bücher
nicht wie heute in Filialen, sondern nur über den Versandhandel im
Direktbezug. Als Abonnent erhielt man jeden Monat ein Buch zu
ermäßigten Preisen. Dazu gab es immer für ein Jahr imVoraus aus einen
Vorschlag mit 12 Büchern. Da die nicht immer gefielen, gab es noch eine
Liste mit 12 Alternativen, so genannten Austauschbänden, zur Auswahl.
Da die Bücher preiswerter als regulär einzeln gekaufte Bücher waren,
nahm man die schon bestehenden Druckstöcke/-vorlagen um diese mit
geringfügigen Modifikationen erneut zu nutzen. Die Veränderungen waren
die Aufdrucken buchclub 65 auf der Titelei und auf
dem Buchrücken. Also Buchfreunde: Keine gesonderte Edition!
Beginnend kurz
vor den 80er Jahren und verstärkt in
diesen, gab es nochmals ein neues Erscheinungsbild. Wahrscheinlich aus
Einsparungsgründen wurden die Bände als Paperback in gleicher Größe,
aber mit nicht strapazierbarem dünnen Pappeinband angeboten. Anfang als
etwas preiswertere Alternative für den Käufer gedacht, wurde diese Gestaltungsform ab Mitte
der 80er Jahre bei Nachauflagen fast zum
Standard. Siehe dazu beispielhaft rechts den
Doppelband Die Reise um die Erde in 80 Tagen und Die
Reise zum Mittelpunkt der Erde in der 8. Aufl. 1984
(CF/0307/). Die Titelgestaltung wurde dazu nochmals überarbeitet. Im
Ergebnis entstanden ziemlich spartanisch aussehende Bücher, die
heutzutage auf dem Trödelmarkt verramscht werden. Die großformatige
Serie Jules Verne des Verlages endete mit dem Buch Die
seltsamen Leiden des Herren Kin-Fo.
Das Schicksal dieses
Buches wollte es, dass das Erscheinen in Zeiten der Währungsunion 1990
stattfand. Viele DDR-Bürger sahen andere Sachen als Verne-Bücher, die
sie jetzt für D-Mark erwerben wollten. Hatten vorherige Ausgabe einen
Preis von 7,50 bis 10,50 Mark der DDR, kostete dieses Buch beim
Erscheinen über 14 DM. Aus diesem Grunde wurde nicht mal
die Hälfte der
Auflage verkauft. Die Restexemplare wurden an den Verlag
zurückgegeben und später dann recycelt. Dies ist der Grund dafür, dass
dieses Buch relativ schwer auf dem antiquarischen Büchermarkt
beschaffbar ist. Inzwischen ist es ein Spekulationsobjekt geworden.
Geforderte Preise widerspieglen meist nicht den realen Handelswert wider.
Schon
vor dem Erscheinen des
letzten Bandes dieser Ausgabe wurde im gleichen Verlag die
kleinformatigere „marmorierte“ Ausgabe gestartet. Die
Groß-Oktav-Bände bildeten meist die Grundlage für die ab 1986 neu
aufgelegte kleinformatigen Reihe, die ich unten vorstelle.
Unterschiedliche Verne-Romane in den Editionen
Aber die aufgenommenen Werke sind bei beiden Editionen nicht deckungsgleich. So gibt es die Romane Mistress Branican, Der Archipel in Flammen, die 500 Millionen der Begum und Der Südstern nur in der kleinen Ausgabe, dafür fehlen andererseits in der Reihe der kleinen Ausgabe die Romane Die seltsamen Leiden des Herren Kin-fo, Hector Servadacs Weltraumreise und einige andere.
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Verlag
Neues Leben Berlin: JULES VERNE - ausgewählte Werke in Einzelausgaben
(kleinformatige Reihe)
 Wie
schon oben in der großformatigen Jules Verne
- Reihe des Verlags Neues Leben Berlin angesprochen, begann der Verlag
ab 1986 eine neue Jules Verne Reihe herauszugeben. Bis 1989 wurde diese
Reihe in hoher Auflagenzahl verlegt. Als 1990 aus dem damaligen
VEB-Verlag durch Umstrukturierung eine GmbH wurde, hatte sich die
Marktsituation grundlegend geändert. Zwar hatte die Edition bis dahin
schon den Umfang von zehn Bänden erreicht, danach waren die
Auflagenstärken aber bedeutend geringer infolge der erwähnten Marktsituation. Dies ist der Grund dafür, dass
von den Bänden eins bis ca. neun der Gebrauchtmarkt überschwemmt ist,
die Folgebände aber rarer sind. Zur Gestaltung: Die alten 24 cm hohen
Bücher wurden auf „Normalgröße“ gebracht. Die Größe der Bücher war jetzt einheitlich oktav
mit 12 x19,5 cm. Es gab ein neues
einheitlichen Layout. So wie links dargestellt sehen alle
Bücher aus: Basis ist ein weißer/grauer Leinenkorpus mit blauer Schrift,
eingehüllt wie dargestellt mit einem stets marmorierten Schutzumschlag
und einem zu den Innen-Illustrationen passenden Titelbild. Die ersten
Bücher wurden vom Inhalt identisch vom Großformatbüchern übernommen, wobei oft die Zahl der
Illustrationen verringert wurde.
Wie oben rechts zu sehen: Die Gestaltung der Buchrücken
ist gewöhnungsbedürftig. Da das Verneportrait immer proportional der
Rückenbreite eingebunden wurde, ist es stets in einer anderen Größe
gedruckt. Da die Bandzählnummern direkt unter dem Rückentitel
standen, bilden auch diese im Regal eine "Zitterpartie". Jetzt habe ich
im Regal eine ein Meter breite Edition stehen, deren Rücken wie eine
seismische Kurve aussehen. Das war dillettantisch. Die Rückseiten der
Schutzumschläge wurden nicht einheitlich gestaltet. Sie sind teilweise
ohne Aufdruck, manchmal mit einer kurzen Zusammenfassung des Inhaltes
zu finden.
Genau wie die großformatige Serie hat
auch diese Edition einen markanten Mangel: Es sind wieder die meist
gekürzten Ausgaben von unterschiedlichsten Bearbeitern oder
Überarbeitungen alter, nicht so werksgetreuer Übersetzungen aus dem
Weichert-Verlag. Selten wurden die besseren Vorlagen von Hartleben
genutzt und nur vereinzelt eine eigene Übersetzung. Bot man anfangs
auch recht voluminöse Einzel-Bände wie z.B. Kinder des
Kapitän Grant oder Die Geheimnisvolle Insel an, wurden später umfangreichere Romane in zwei
Bände aufgeteilt.
Neu
war die jetzt vorhandene
durchgehende Bandzählung der Edition. Die Reihe wurde mit dem
wirtschaftlichen Ende des Verlages gegen Ende der 90er Jahre
eingestellt, Restexemplare wurden bis 2001 im Handel angeboten. Die
bereits kurz nach dem Einstellen der Serie von Wiederverkäufern für
die letzten Jahrgänge geforderten Preise entsprechen nicht der Qualität der Übersetzungen
und des materiellen Wertes der Bücher. Oft sind die Preise rein
spekulativ, sie sollten von Lesern nicht akzeptiert werden. Eine Wandlung
der
alten Ausgabe in eine neue Reihe ist bildlich gut an diesem Buch
erkennbar: Abenteuer
dreier Russen und dreier Engländer in Südafrika
Eine
Listung der Bücher inclusive aller Titelansichten habe ich auf meiner
Seite: Verlag
Neues Leben Berlin: Jules Verne - Ausgewählte Werke in Einzelausgaben
(Oktav-Ausgaben, von 1986 bis 2001) vorgenommen.
Bild
rechts: Ein Teil der Frontansichten der Edition
ACHTUNG BETRUG: Diese Edition wurde definitiv mit dem Band 33 (Keraban der Starrkopf)
beendet. Nach dem wirtchaftlichen Ende des Verlages
gingen die Rechte
an einem anderen Berlner Verlag über. Auch dieser verlegte keine
weiteren Bände. Wenn also Bücher dieser Edtion mit mit höheren
Bandzählnummern auftauchen, dann sind sie individuell gedruckt und
gebunden - aber definitiv nicht autorisiert. Da durch ein fiktives
Impressum der Anschein erweckt wird, dass es sich um nicht verkaufte,
überraschend aufgetauchte Exemplare vom Verlag Neues Leben handelt, ist
dies eine Produktnachahmung und es verstößt gegen den Urheberschutz.
Diese Einzelexemplare zu völlig überteuerten Preisen wurden aus reiner
Gewinnsucht erstellt. |