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Collection FehrmannJules Vernes „Voyages extraordinaires"- Band VE 6: 20.000 Meilen unter den Meeren - VERFILMUNGEN Film & Bilder: © Universal Film Manufacturing Company |
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FILM
6
(Die Filme sind nicht chronologisch numeriert)
Ein historisches Filmplakat:
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20.000 Meilen unter dem Meer: Verfilmung USA 1916 Originaltitel: „20,000 Leagues Under The Sea“; Länge: 101 Minuten; Produzent und Regie: Stuart Paton; Fotograf: Eugene Gaudio; Künstlerischer Direktor: Frank D. Ormston; Special Effects: Williamson Inventions Darsteller: Kapitän Nemo und Prinz von Daaker: Allen Holubar; Prof. Arronax: Dan Hanlon; Cyrus Harding: Howard Crampton; Pencroft (der filmische „Bösewicht“): Wallace Clark; Das „Kind der Natur“ und Prinzessin Daaker: Jane Gail; Ned Land: Leveticus Jones; Arronax Tochter: Edna Pendleton; Cameron: Joseph W. Girard Ergänzende Angaben zur Aufbereitung: Restauration: David Shepard, Dean Duncan, © 1991 Film Preservation Associates; Music © 1991 Alexander Rannie & Brian Benison Das mit viel Mühe aufbereitete Filmdokument hat einen ganz besonderen Charme. 50 Jahre nach dem Erscheinen des Buches war die filmische Umsetzung genauso revolutionär, wie die vormals visionäre Beschreibung Vernes von der Nautilus und ihren Abenteuern. Der restaurierte Film wurde mit einer passenden Filmmusik im Stile des Stummfilmkinos unterlegt. Zusammen mit den eingeblendeten Originaltexten entsteht so ein stimmiges Ambiente. Die Faszination der alten Bilder ist so stark, dass man als verwöhnter neuzeitlicher Zuschauer den vermeintlichen Mangel der fehlende Sprache mehr und mehr verdrängt. Dabei zeigte sich mir als Betrachter eine Geschichte, die mehrere überraschende Inhalte zeigte, zumal sie eine Vermischung zweier Verne-Werke darstellte. Aber ich beginne der Reihe nach ...
Zeitgleich sehen wir Nemo auf seiner Nautilus. Diese ist wirklich beeindruckend, stellt sie doch wirklich die bildliche Umsetzung der zylindrisch angespitzte stromlinienförmigen Nautilus Vernes dar. Ich war sofort begeistert! Erst mit der Disneyverfilmung 1954 prägte sich uns die viktorianisch verschnörkelte und plumpe Nautilus als DIE „Film-Nautilus“ ein. Nemo regiert im Innern des Schiffes in einer Kombination von funktionalen Schiffsarmaturen und dem Pomp orientalischer Serails.
Dann begegnen sich die Schiffe. Ned versucht das Stahlungetüm zu harpunieren, in Folge wird das Schiff der Marine durch die Nautilus gerammt, unsere Helden gehen über Bord und das Schiff treibt steuerlos weiter über das Meer. Nemo befielt seiner Mannschaft die über Bord gegangenen zu retten.
Für den Zuschauer kommt jetzt ein Überraschungseffekt: Szenenwechsel unter der Überschrift „Dropped From The Clouds“. Was kommt jetzt? Ist das nicht ....? Richtig, dass ist einer der englischen Titelversionen der Geheimnisvollen Insel.
Und so sehen wir auch, wie Militärangehörige einen Ballon entern um dann durch einen Sturm erst über Land und dann über See zu einer Insel zu gelangen auf der sie stranden. Auch hier geht Cyrus Smith (der entsprechend einer alten US-Übersetzung wie auch in anderen englischen oder US-Büchern und Verfilmungen Cyrus Harding heißt) wieder verloren, aber die Gruppe findet sich und macht sich die Insel zu eigen. Noch während die Kamera die Aktivitäten der Gestrandeten beobachtet, räkelt sich im „wilden Dschungel“ lasziv eine Schöne. Aha, denkt der Betrachter, jetzt kommt der dem damaligen Zeitgeschmack angepasste erotische Teil. Unbekümmert hüpft das langhaarige, in einem kurzen Leopardenfell bekleidete Naturkind, durch die üppige Pflanzenwelt.
Nemo der mit seinem Boot vor der Insel kreuzt lässt jetzt den Gestrandeten eine Kiste, mit dem aus dem Buch gut bekannten „geheimnisvollen Strandgut“, zukommen. Begeistert nimmt das Insel-Team die Waffen und Ausrüstungen im Empfang.
Jetzt passiert, was passieren muss: Beim Streifzug durch das Grün findet ein Kolonist (wie ich der Klarheit willen die Gestrandeten nennen möchte) die schöne Wilde. In vielleicht missionarischer Absicht lässt er ihr Matrosenbekleidung zukommen und er stellt sie dem Rest des Teams vor. Im Gegenzug dazu zeigt sie ihrem „Retter“ ihre Behausung auf der Insel. Während sich der Kolonist wieder von ihr entfernt, nimmt ein anderer der Gruppe ihre Verfolgung auf. Dies ist der Seeman Pencroft, der hier im Film den „Bösewicht“ spielen muss. Scheinbar von niedrigen Beweggründen „getrieben“ stürzt er sich auf die Wilde, sie dabei sichtbar bedrängend. Aber der „Gute“ ist noch in der Nähe, so kann er sie den Fängen des Strolches entreißen. Als Outlaw geächtet, zieht sich Pencorft in den Busch zurück.
In Traumszenen des Mädchens lernen wir auch ihre Vergangenheit kennen: Als Tochter einer orientalischen und gutsituierten Schönen wurde sie als Kind ihrer Mutter entrissen, um dann durch einen weißen Schurken auf ein Schiff entführt zu werden. Danach wurde sie auf diese Insel ausgesetzt. Ob die Geschichte des Piraten Ayrtons, die in den Büchern „Die Kinder des Kapitän Grant“ und „Die geheimnisvolle Insel“ auf der Insel Tabor ausgesetzt wurde den Drehbuchautor zu dieser Idee inspirierte? Jetzt ist genau dieser Bösewicht mit Namen Charles Denver wieder zur Insel unterwegs. Er lässt seine Yacht im Tiefwasser ankern um dann die Insel zu erkunden. Er sucht die früher Ausgesetzte.
Nemo hat inzwischen erfahren, dass sich eine Yacht der Insel genähert hat. Er schickt zwei Besatzungsmitglieder zur Insel, um die Besucher zu identifizieren. Nemos Leute beobachten, wie aus der Crew der Yacht eine Expedition zur Insel gestartet wird. Diese soll den als ersten an Land gegangenen Charles Denver wieder aufnehmen. Denver irrt inzwischen geistig verwirrt durch den Dschungel der Insel. Zeitgleich mit ihm findet die Crew auch den ausgestoßenen Outlaw, der sich als einzelner Schiffbrüchiger ausgibt. Gemeinsam mit den Schiffseigner kommt er mit an Bord der Yacht. Nemos Leute haben inzwischen genug gesehen, sie können ihrem Chef berichten.
Nemo, damals Prinz von Dakkar (im Film Daaker), lebte mit Frau und Kind mit aller orientalischer Pracht inmitten seiner Landsleute, deren Leben mit allen Mitteln damaliger Ausstattungsfilme beschrieben wird. Am Hofe wurde der Abenteurer Cameron eingeführt, der offensichtlich Begehrlichkeiten zum Reichtum, aber auch zur Frau des Prinzen hegte. Es gelingt ihm, den regionalen Fürsten als Verschwörer darzustellen, so dass die Truppen der Kolonialstreitkräfte in die Stadt einziehen und den Prinzen zu inhaftieren. Er selbst nimmt sich der Frau des Prinzen an, die sich im Handgemenge durch seine Bedrängnis erdolcht. Es bleibt ihm nur noch das Kind, welches er daraufhin mitnimmt. Den Rest der Geschichte kennen wir ja schon – wie war das doch mit den Traumszenen?
Die Inselschöne ist also die ausgesetzte Tochter Nemos! Pathetisch legt er die Hand seiner wiedergefundenen Tochter in die des Retters. Er selbst ist gesundheitlich so angegriffen, dass er kurz darauf stirbt. Von seinen Schiffskameraden wird er unter Wasser beerdigt, dann verlassen die Gäste die Nautilus und das Schiff wird unbemannt versenkt.... |
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Hinweis: Beschrieben werden nur in meiner Sammlung befindliche Bücher und Verfilmungen. |
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Copyright © Andreas Fehrmann – 05/04, update 1. Dez. 2008