Collection Fehrmann

Jules Vernes „Voyages extraordinaires"

- Band VE 12: Die geheimnisvolle Insel -

VERFILMUNGEN

Bildmaterial: © Brett Piper Production 1982 / JAGUAR Video 1988

FILM 3








Deutsches Videocover von JAGUAR-VIDEO 1988, Bestellnummer 1029; FSK 16 (!)



CREDITS:

Ich danke an dieser Stelle Ulf Acksel, der mir diesen Film schenkte.

Mysterious Planet: Verfilmung USA 1982


Originaltitel: Mysterious Planet; Länge 81 Minuten; Regie: Brett Piper; Drehbuch: Brett Piper (frei nach Jules Verne); Darsteller: Paula Tauper, Boydd Piper, Michael Quigley, Nruce E. Nadeau Jr., George Seavy, Marilyn Mullen, Scott Nadeau ...

In der Filmvorspann wird gleich darauf hingewiesen: Sehr frei nach Jules Verne. Überraschend für mich: Der Drehbuchschreiber hatte die Geheimnisvolle Insel gelesen und die Grundideen Vernes waren sogar wieder zu finden. Piper hat die Fabel in eine ferne Galaxie verlegt und aus den Ballonflüchtigen des Bürgerkriegs wurden Flüchtlinge einer intergalaktischen Invasion. In der Umsetzung passiert dann folgendes:

Erbittert tobt schon seit über 500 Jahren ein Vernichtungskrieg zwischen fremden Welten, irgend wo in einer anderen Galaxis. Tausende Menschen sterben täglich, trotzdem sollen ein paar Kriegsgefangene auf einen „Sonderplaneten“ gebracht werden. Als das dafür vorgesehene Transportraumschiff in einen verheerenden Asteroridensturm kommt, gelingt es fünf Gefangenen mit Hilfe eines Aufklärungskreuzers zu fliehen. Der defekte Kreuzer gelangt steuerlos zu einem fremden Planeten, auf dem er durch Wasserung eine Bruchlandung macht. Dadurch überleben die Flüchtlinge, ihr Kreuzer aber geht verloren.

Am Rande eines Meeres versuchen sie das Überleben zu organisieren: Die Ingenieurin Arnas (Cyrus Smith lässt grüßen), Commander Craine, Seargent Markus, Ray (ein Telepath den wir ständig sprechen hören ohne das er den Mund öffnet) und Hank, ein Amphiboid (dieser, aussehend wie Fantomas mit Maske, soll offensichtlich an Nab erinnern).

Gleich bei der Nahrungssuche im Meer, bei der Muscheln und Krabben gefunden werden, gibt es die erste Überraschung: Eine Riesenschnecke greift die Gestrandeten an. Hier haben sich die Filmemacher offensichtlich an die Verfilmung von Cyril Endfield 1961 erinnert. Nach diesem Schreck wird die Insel (das Land?) erkundet, wobei man sich durch das Erklimmen eines hohen Berges erst einmal einen Überblick verschafft. Auch hier gibt es wieder haarsträubende Angriffe mehr lustiger als gefährlicher Fabelwesen. Ein Gutes hat der Ausflug aber: Man findet eine bewohnbare Höhle, die aus dramaturgischen Gründen das Aussehen eines Schädels hat (Man wohnt sozusagen in einer „Augenhöhle“)

Die Gestrandeten machen sich die Umwelt zu eigen. Sie richten sich in der Höhle ein, brauen sich berauschende Getränke, und die lässige Ingenieurin bastelt aus Energiekristallen eine Laserkanone nebst Laserpistole und Radio. Bei der weiteren Erkundung ihres Planeten finden sie ein im Leder/Fell-Bikini herumlaufendes junges, aber stummes Mädchen. Später erfahren wir, dass sie die einzigste Überlebende eines vor fünf Jahren verunfallten Flugobjektes ist.


Um mehr Dramatik in die Sache zu bringen, werden jetzt die neuen Planetenbewohner durch fremde Raumschiffe angegriffen. Aha, denkt der Vernekenner, jetzt kommt die Piratenepisode der Vorlage. Aber in diesem Film schaffen es die Helden mit ihre Laserkanone die tieffliegenden Raumschiffe abzuschießen. Danach wird die Ingenieurin durch die flachbrüstige Stumme zu einem künstlichen Gebäude gebracht, in dessen Inneren der im Computer gespeicherte und damit konservierte Geist eines vor 200 Jahren lebenden Kriegsherren seine letzten Verlautbarungen von sich gibt. Die Szene läuft aber ins Leere, da Ing. Arnas einfach die Drohungen des orakelnden Computers ignoriert.

Um endlich aus der misslichen Lage zu kommen, beschließt man, aus den zwei abgeschossenen Raumschiffen wieder ein verwendungsfähiges Schiff zu basteln. Dies gelingt und alle können gerade noch rechtzeitig vor einem erneuten Asteroidensturm vom Planeten starten.

Nachtrag: Dieser Low-Budget-Streifen, der immerhin 1982 gedreht wurde (als ich die billig gemachten und verruckelten Stop-Motion-Trickaufnahmen und die bunten Lichtblitze der Spezialeffekte sah, musste ich wirklich noch mal nachlesen...) erinnert mehr an Hobbyfilmer mit Urlaubsaufnahmen als an professionelle Filmarbeit. Dazu tragen die durch einheimische Flora ziellos herumlaufenden Darsteller, der konfuse Erzählstil, der schlechte Schnitt (man sieht sogar noch Techniker beim Filmen im Bild...) und die oft verwackelten Kameraschwenks bei. Aber vielleicht ist gerade dies der besondere Reiz des Filmes?

Film 1

Die Geheimnisvolle Insel: Verfilmung GB 1960

Film 8

Die Geheimnisvolle Insel: Verfilmung USA 2005 als 2teilige TV-Serie

Film 2

Herrscher einer versunkenen Welt: Verfilmung SPA/IT/FR 1973

Film 9

Mysterious Island: Verfilmung USA 1929

Film 3

Mysterious Planet: Verfilmung USA 1982

Film 10

Mysterious Island: Verfilmung USA 1951 als 15 teiliges Cliffhanger Serial

Film 4

Die Geheimnisvolle Insel: Verfilmung USA 1975 als Animationsfilm

Film 11

L'Ile Mystérieuse: Verfilmung Frankreich 1962 (TV – 2 Teile)

Film 5

Die Geheimnisvolle Insel: Verfilmung Frankreich 2001 als Animationsfilm



Film 6

Die geheimnisvolle Insel: Verfilmung Kanada/Neuseeland 1995 als 22 teilige TV-Serie



Film 7

Die Geheimnisvolle Insel: Verfilmung SU 1941

Buch

Die geheimnisvolle Insel


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Hinweis: Beschrieben werden nur in meiner Sammlung befindliche Bücher und Verfilmungen.

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